Paul Lascaux

 

Der Teufelstrommler

 

 

Textausschnitt

 

"Über Peter Fahrni schwenkte der Hebelarm mit dem grellen Licht, blendete ihn, so dass er nurmehr Schemen erkennen konnte, die Maske mit dem breiten Stirnband, einen Kopf, der sich zu ihm hinuntersenkte. Fahrni spürte den Druck im Magen, das Liegen machte es nicht besser, im Gegenteil: er konnte weder ungestört Luft holen noch richtig aufstossen, wie es zur Erleichterung angezeigt gewesen wäre. Ausserdem hatte er den Mund voller Watte und Plastikröhrchen.

"Geht es so?" fragte Doktor Bertschi, indem er dem Zahnarztstuhl einen Ruck gab, der diesen nach unten riss, während Fahrnis Kopf auf der Halterung aufschlug. Ein Glucksen, das bei gutem Willen als "Ja" interpretiert werden konnte, war die Antwort. Ansonsten spielte es keine Rolle, denn überlebensgross tauchte ein Bohrer in Fahrnis Mund, der sich mechanisch geöffnet hatte. "Scheissperspektive", dachte das Opfer, und dann fiel es ihm wieder ein, wie ein heisser Stoss ging es durch seinen Körper, während der Bohrer sich seinen Weg durch den Zahn frass: "So muss es sein, wenn du den ersten Stich abbekommen hast, unten liegst, und der Mörder noch einmal zusticht und wieder und wieder, bis du das Bewusstsein endgültig verloren hast und nur noch auf das Entweichen der Seele wartest."

 

 

Kritik

 

"Drei merkwürdige Todesfälle nacheinander machen der Berner Polizei zu schaffen. Auch der zweite Krimi von Paul Lascaux spielt in der Bundeshauptstadt, deren Schönheit und Doppelbödigkeit er geschickt beschreibt.

‚Der Teufelstrommler' gehört zu der Sorte ernstzunehmender, intelligenter Kriminalromane, die beste Unterhaltung und Spannung bieten und auf die man leicht süchtig werden kann."

(Barbara Traber, Berner Zeitung)