Mordstage 2001
 

Schlussbericht

 

 

An alle Interessierten

 

 

Am Anfang stand ein einfacher Gedanke: Jede Leserin, jeder Leser von internationalen Krimistars könnte doch auch einen Schweizer Krimi lesen.

 

Mit der Idee eines Kongresses von Schweizer Krimiautor/innen bin ich im Frühjahr 2000 an verschiedene Kolleg/innen herangetreten und auf spontanes Interesse gestossen.

Dank einer ersten finanziellen Unterstützungszusage durch die Stadt Bern konnte die konkrete Arbeit bald darauf beginnen. Ich stellte ein Konzept auf, in dem Voraussagen gemacht wurden über folgende Bereiche:

- Interne Treffen: Themen

- Öffentlichkeit: Lesungen an Schulen, in Bibliotheken, in Kellerlokalen, Podiumsdiskussion

- Werbung und Pressearbeit

- Finanzierung: das Beschaffen von Sponsorengeldern erfolgte laufend und parallel zu den andern Vorbereitungen (z. B. wollten einzelne Sponsoren das Programm oder die Namen der Teilnehmenden kennen, bevor sie finanzielle Zusagen machten).

 

Gleichzeitig konnte ich mit dem Scherz Verlag einen Vertrag über eine Anthologie abschliessen, in der die ganze Breite der Schweizer Krimiszene Ausdruck finden sollte. "Im Morgenrot" heisst das Referenzwerk, das Kurzgeschichten von 25 Schweizer Krimiautor/innen enthält (herausgegeben von Paul Ott, 384 S., Fr. 13.-, in jeder Buchhandlung erhältlich).

 

Im Herbst 2000 wurden alle namentlich bekannten Autor/innen angeschrieben, nach ihren Wünschen und nach ihrer Teilnahme befragt. Über die Autorenverbände und andere Quellen wurden wir auf uns noch nicht bekannte Schriftsteller/innen aufmerksam.

Dank der daraus entstandenen Liste von etwa 40 Teilnehmenden (von insgesamt 60 Autor/innen, die in den letzten zehn Jahren einen Krimi veröffentlicht haben) konnten dann sowohl die Finanzierung wie auch die Organisation von öffentlichen Anlässen geplant und vorangetrieben werden.

Im Laufe des Frühjahrs 2001 waren die Eckdaten bekannt. Die Autor/innen wurden ein zweites Mal angeschrieben, um die Teilnahme definitiv festzulegen.

 

Im Frühjahr 2001 haben wir Grafiker/innen mit der Gestaltung von Plakat und Faltblatt beauftragt. Beides lag erst im September/Oktober vor, da die endgültigen Daten nicht vor Ende August bekannt waren.

Anschliessend wurden (nur noch) die Teilnehmenden über das endgültige Programm informiert.

 

Bis zu diesem Zeitpunkt habe ich den grössten Teil der Arbeit alleine erledigt. Für einzelne Programmpunkte und vor allem für die Durchführung der Mordstage hatte ich allerdings grosse und uneigennützige Hilfe von Alexander Heimann, Ruggero Ponzio, Ueli Schmid, Hanspeter Wyder sowie von meiner Lebenspartnerin Franziska Fiechter.

 

Im Frühsommer 2001 informierte ich die lokale Presse ein erstes Mal, im August ein zweites Mal, bevor Anfang Oktober der Programmversand an die gesamte nationale Presse erfolgte.

Die lokale Presse reagierte knapp vor dem Ereignis, aber umfassend (Vorschau in Wochenprogrammen, Artikel in der Tagespresse, Sendungen im Lokalradio und Lokalfernsehen).

Die überregionale Presse nahm das Ereignis nicht zur Kenntnis.

Im Internet waren wir auf allen relevanten Homepages und über den Literaturkantine-E-Mail-Dienst vertreten.

 

Die Autor/innen erschienen (mit Ausnahme zweier krankheitsbedingter Absagen) zuverlässig zu den Veranstaltungen, was bei insgesamt 34 Anlässen keine Selbstverständlichkeit ist (und nicht ohne ein gewisses Nervenflattern abging).

Die öffentlichen Anlässe waren gut bis sehr gut besucht, die Erwartungen wurden übertroffen, selbst bei Lesungen, die an einem wunderschönen Spätherbsttag in Kellerlokalen durchgeführt wurden.

 

Der ursprüngliche Zweck des Treffens, sich gegenseitig besser kennzulernen, konnte mit internen Veranstaltungen ebenfalls umgesetzt werden. Themen dieser Treffen waren:

- Autorenverbände: Referent/in von "Syndikat" und "Sisters in Crime"

- Veranstalter: "Burgdorfer Krimitage"

- Verlage: Verlagsleiter und weitere Repräsentant/innen Scherz Verlag

 

Zukunft

Die persönlichen Beziehungen, die unter den Krimautor/innen geknüpft wurden, sollen weiter gepflegt und vertieft werden.

- Es werden gegenseitige Einladungen zu Veranstaltungen angestrebt (auch gemeinsame Lesungen).

- Bereits bestehen erste Pläne, im Rahmen der Burgdorfer Krimitage ein Autorentreffen zu organisieren.

- Auch für die Durchführung der nächsten Mordstage im Jahr 2003 haben sich Interessenten (aus Zürich) gemeldet.

- Die administrativen Daten (Adresslisten usw.) werden von mir weiter bearbeitet.

 

Im Gespräch sind unter anderem:

- Vorstellen der Anthologie "Im Morgenrot" an der nächsten "Criminale" (dem Jahrestreffen des "Syndikats") im April 2002 in München.

- Beteiligung der Krimiautor/innen an der Expo.02.

- Literarischer Austausch mit anderen Ländern (in Zusammenarbeit mit dem Berner Schriftstellerverein).

- Veranstaltungen (in Zusammenarbeit mit der Kornhausbibliothek und/oder der Literaturkantine Bern: ein Krimiabend ist für den 15. Mai 2002 geplant).

Wir hoffen natürlich, dass möglichst viele dieser Projekte durchgeführt werden können.

 

Offen bleibt, bzw. weiter nachgedacht werden soll (eventuell als Thema für ein nächstes Treffen) über:

- Zusammenarbeit mit den Medien (Presse, Radio, TV, Internet)

- Zusammenarbeit mit Multiplikatoren (Bibliotheken, Kritiker/innen, Agent/innen, Schulen usw.)

- Umsetzung von Krimis in andern Medien, z.B. in Comic, Film, Musik.

 

Diesen Bericht möchte ich mit einem herzlichen Dank an alle Mitwirkenden abschliessen: Autor/innen, Sponsoren, Mitarbeitende, Presse und Publikum!

Ihr alle habt dazu beigetragen, dass sich Bern als würdige Hauptstadt des Schweizer Krimis erwiesen hat.

 

 

Für die Mordstage 2001

 

Paul Ott

 

 

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