Literaturkantine

Bern

 

Eine Veranstaltungsreihe von Paul Ott

 

Diese Seite gewährt einen Rückblick auf vier Jahr literarische Veranstaltungen in Bern. Sie hat historischen Charakter, da im Moment nicht an eine Fortsetzung gedacht wird.

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Rückschau auf die ersten vier Jahre

 

Saison 1999/2000

 

 

17. November 1999

Therese Bichsel, Daniel Himmelberger, Paul Lascaux, Ruth Loeb: Vier Autor/innen des Berner Schriftstellerinnen- und Schriftstellervereins berichten von ihrem literarischen Austausch mit Polen und lesen aus diesem Anlass entstandene Texte vor.

 

15. Dezember 1999

Fredi Lerch gibt über sein Projekt "NONkONFORM" Auskunft, wird vom Publikum enorm gefordert und gewährt Einblick in die Werkstatt, aus der im Jahr 2001 ein mit dem kantonalen Literaturpreis ausgezeichnetes Buch werden soll: "Muellers Weg ins Paradies. Nonkonformismus im Bern der sechziger Jahre".

 

19. Januar 2000

Hanspeter Bundi berichtet unter "Die Kunst der Reportage" aus der Werkstatt eines Reportagejournalisten und hat das jüngste Publikum.

 

16. Februar 2000

Markus Michel bewegt sich mit seinen Eindrücken aus Litauen und Slowenien zwischen Wodka, Bären und Theater. Er beglückt uns mit einem äusserst witzigen Text und einem unverständlichen Video (mehr als ein Jahr später erhalten wir am 21. März 2001 bei der von uns mitveranstalteten Lesung des litauischen Lyrikers Tomas Venclova ein weiteres Hörbeispiel dieser archaischen Sprache).

 

15. März 2000

Jurij Galperin sagt: "In der Schweiz gibt es alles, was das Herz begehrt. Alles, ausser dem Meer!" Wie recht der Mann hat! Aber seine Textfragmente aus einem Roman, der im Herbst 2001 erscheinen soll, handeln mehr von Russland als von der Schweiz.

 

5. April 2000

"Der Lückenbüsser. Ein Internet-Krimi". Paul Lascaux spricht nicht nur über das Druckverfahren Books on Demand, sondern liest aus seinem neusten Krimi vor (na gut, das war Werbung in eigener Sache).

 

26. April 2000

Ersnt Burren präsentiert sein Buch "So ne Gans. Fabelhafti Gschichte" und zeigt, dass das Leben der Tiere nicht so weit von unserm eigenen entfernt liegt.

 

17. Mai 2000

Texte von Ueltsch Arnd, Paul Lascaux und Regula Stucki, dazu eine Degustation von wunderbaren Bielersee-Weinen von Martin Hubacher und Michaela Gabriel.. Ist es denn ein Wunder, dass dies die bestbesuchte Veranstaltung war?

 

14. Juni 2000

Pedro Lenz spricht und liest über "Baskische Spieler", einen Roman, der immer noch seiner Veröffentlichung harrt. Aber auch Newcomer erreichen ein grosses Publikum. Wir sind erstaunt und erfreut.

 

 

 

Saison 2000/2001

 

20. September 2000

Liliane Studer hat viel Energie in die Aufarbeitung des Nachlasses von Marlen Haushofer gesteckt, erzählt von ihren Erfahrungen und dem daraus entstandenen Buch: "Eigentlich kann ich nur leben, wenn ich schreibe."

 

18. Oktober 2000

Ein C. A. Loosli-Abend: Erwin Marti, Werner Wüthrich und Fredi Lerch unterhalten sich über den frühen Berner Nonkonformisten. Ein voller Erfolg, nicht nur beim Publikum, sondern auch, weil im Anschluss an diese Veranstaltung eine C. A. Loosli-Vereinigung gegründet wird, die diesen wichtigen Berner Autor einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen will.

 

15. November 2000

Übersetzerwerkstatt mit Barbara Schaefer: Wie kommt polnische und russische Literatur ins Deutsche? Die Übersetzerin von Andrzej Szczypiorskis letztem Roman "Feuerspiele" erklärt die damit verbundene Arbeit. Büchertisch aus Anlass des Gastauftritts der Republik Polen an der Frankfurter Buchmesse, mit Unterstützung der polnischen Botschaft.

 

16.Januar 2001

Text und Bild 1: Ein Glanzstück: Zu Arnold Böcklins "Meeresstille" sollte ein Text verfasst werden, der dann im Kunstmuseum angesichts des Bildes vorgelesen wurde. Eine wundervolle Kulisse, ein zahlreiches Publikum, ein gewagtes Thema: Therese Bichsel, Paul Lascaux, Gisela Rudolf und Konrad Tobler haben sich dieser Auseinandersetzung mit Bravour gestellt.

Am Abend selber erst hat sich herausgestellt, dass genau dieser Tag der hundertste Todestag von Arnold Böcklin war (taugt zu einer Anekdote, ich schwöre, ich habe vorher nichts davon gewusst!).

 

21. Februar 2001

Text und Bild 2: Martin Ziegelmüller berichtet über seine Auseinandersetzung mit Kunst und Literatur oder über seine literarische Bewältigung künstlerischer Formen und gewährt Einblicke in sein im Herbst 2001 erscheinendes Buch "Der Maler auf seinem Drehstuhl".

 

21. März 2001

Raphael Urweider kommt am Abend zuvor aus Kairo zurück und bringt Tagebuchnotizen und lyrische Texte mit, die seine Auseinandersetzung mit Gottfried Benn und mit der arabisch-musikalischen Rhythmik verdeutlichen.

 

25. April 2001

Nach diversen Absagen klappt es mit den verlässlichsten Leuten: den Krimiautor/innen.

Alexander Heimann und Susi Schmid treten als mörderisches Paar auf und lesen aus ihren im Herbst 2001 und im Frühling 2002 erscheinenden Romanen vor. Heimanns "Muttertag" bleibt unter anderem deswegen in Erinnerung, weil wir nicht abschliessend klären können, ob eine Unterführung verputzt wird oder nicht. Das zahlreiche Publikum rätselt begeistert mit.

 

16. Mai 2001

Text und Bild 3: Robert Wampfler erzählt von der Produktion bibliophiler Bücher der "Bären Presse Bern". Ein Universum beinahe verloren gegangener Buchdruckerkunst entsteht vor unseren Augen.

 

13. Juni 2001

Beat Sterchi geht zurück zu den Wurzeln der Sprache und liest neue Texte vor, die sich mit dem Alltag, mit dem Dialekt und mit der Musik ungebrochener Rede beschäftigen.

 

Saison 2001/2002

 

21. November 2001

Charles Linsmayer spricht über seine Herausgebertätigkeit, insbesondere von "vergessenen" Werken schweizerischer Literatur aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. In seiner liebevoll ironischen Art bringt er uns Autor/innen wie Regina Ullmann und Charles Albert Cingria nahe.

 

12. Dezember 2001

Werner Wüthrich berichtet über Bertolt Brechts Aufenthalte in der Schweiz und über die Bespitzelung durch den Schweizer Staatsschutz, den willfährigen Helfer des US-Geheimdiensts. Besonders spannend ist die Tatsache, dass der Schweizer Staatsschutz wesentlich dazu beitrug, dass Bertolt Brecht seine letzten Lebensjahre in der DDR verbringen musste.

Eva Kirchberg sang, musikalisch begleitet von Marlene Hulliger, zwei melancholische Brecht-Lieder.

 

16. Januar 2002

Geruch und Geschmack 1: Käse

Ein Abend voller sinnlicher und literarischer Eindrücke. E. Y. Meyer liest seine Käsereibeschreibung aus "In Trubschachen" zur Begeisterung selbst des Chefs und Käsermeisters der Emmentaler Schaukäserei Affoltern, der uns mit dem akteullen Käsemarkt bekannt macht, während seine Frau eine überzeugende Degustation vorbereitet und Fritz Lehmann - mit seinen 85 Jahren - aus einem reichen Käserleben erzählt.

Über 40 Besucher/innen genossen Text und Käse und einen feinen Wein und verliessen den Ort des Geschehens in der stillen Beglücktheit wahrer Geniesser/innen.

 

20 Februar 2002

Geruch und Geschmack 2: Wein

Ein wunderbarer Abend, der Nase und Gaumen kitzelte und einen einmaligen Einblick in die Welt der Weinherstellung (präsentiert in bodenständiger Art von Fred Berthoud für Charles Steiner, Schernelz) und der Weinsprache (kritisch hinterfagt von Thomas Vaterlaus vom "Vinum") ermöglichte.

Die letzte Restsüsse des Dessertweins klebt immer noch an meinen Lippen.

 

27. März 2002

Geruch und Geschmack 3: Functional Food

Christina Menzel von EMMI Milchprodukte beglückte uns mit bestens aufbereiteten Informationen über den technischen Aspekt von Functional Food und mit einer beeindruckenden Menge von Degustationsprodukten, während Patrick Zbinden als Sensoriker nicht nur lobende Worte für den technisch-industriellen Prozess der Nahrungsmittelveränderung fand. Ein erhellender Abend!

 

15. Mai 2002

Krimi? - Krimi!

Urs Richle las vor einem trotz des ersten Sommertags angenehm zahlreichen Publikum aus "Fado Fantastico", einem beinahe lyrischen Beinahe-Krimi, der uns Lissabon näher bringt.

Hansjörg Schneider überraschte mit einer ausführlichen Vorstellung seiner selbst und mit seiner unnachahmlichen Lesetechnik, bei der man am Schluss den Autor nicht mehr vom Kommissär Hunkeler unterscheiden kann (aus "Tod einer Ärztin").

 

Expo.02

Mordsstunde

Konzept und Realisation: Paul Ott

 

Daten und Autor/innen

jeweils Samstagabend, 20.00 - 21.00 Uhr

 

Biel (deutsch): Piazza

8. 6. Katarina Madovcik/Ruben Mullis - Stephan Poertner

29. 6. Paul Lascaux - Ruth Hennig

6. 7. Susy Schmid - Alexander Heimann

 

Murten (deutsch): Piazza

17. 8. Jürg Weibel - Jutta Motz

24. 8. Louis Hagendorn

31. 8. Corinne Jaquet (französisch) - Monika Dettwiler (deutsch)

 

Yverdon (französisch): Festival Site

7. 9. Yvan Dalain

21. 9. Michel Bory

28. 9. Jean-Jacques Busino, avec Isabelle Meylan, Monika Baumann, Marc Moeri

(une mélange de textes, musiques et chansons)

 

Was soll man über diese Veranstaltungen sagen? Wir waren eingebettet in den Grossanlass, Teil eines kurzen Sommernachtstraums, der vielleicht für mich als Organisator noch intensiver war als für die Autor/innen. Aber es herrschte - auch bei schlechtem Wetter - eine wunderbar poetische Stimmung im Zelt, und selten hat ein derart übergreifender Anlass stattgefunden, sowohl was die verschiedensprachigen Autor/innen als auch was die Örtlichkeiten betrifft - wohl gemerkt: ohne dass Geld irgendeine Rolle gespielt hätte. Wie immer: unabhängig von allem und jedem!

 

 

2003

 

Weiber-Krimi-Abend

Freitag, 9. Mai, 20.00 Uhr

Kornhausbibliothek Bern

Ein toller, unterhaltsamer Abend vor vollem Haus!

Wo das Wasser aus den Schweizer Alpen hinfliesst, da trifft man in den Niederungen von Rhein und Donau auf einen Morast von Geschichten, auf Sumpfblüten von abgründiger Schönheit. Aus diesem Urschlamm schöpfen Ina Coelen, Ingrid Schmitz und Edith Kneifl. Es entstehen respektlose Kurzkrimis voller Witz, die unterhaltsames Frösteln garantieren. Ein dynamischer „Weiber-Krimi-Abend" zeigt das unheimliche Potenzial der deutschsprachigen Szene.

 

Ina Coelen, *1958, mit 16 Jahren wurde sie Mitglied der IGDA (Interessengemeinschaft Deutschsprachiger Autoren). Sie studierte Visuelle Kommunikation und arbeitet seit 1984 als selbständige Grafikerin, schreibt Texte für Kinder und Kurzkrimis. Sie lebt mit ihrer Familie in Krefeld. Zusammen mit Ingrid Schmitz hat sie die Kurzkrimi-Anthologien „Rheinleichen" (2000), „Teuflische Nachbarn" (2001), „Tödliche Beziehungen" (2001) und „Die vielen Tode des Herrn S." (2002) herausgegeben. www.coelen-krimi.com

 

Ingrid Schmitz, *1955 in Düsseldorf, arbeitete dort als Speditionskauffrau bei einer kanadischen Reederei und später im sowjetischen Außenhandel, bevor sie sich zu einer Karriere als Mutter und Hausfrau entschied und an den Niederrhein zog. Von der tödlichen Stille auf dem Land inspiriert, schloss sie zuerst ein dreijähriges Studium über das Schreiben ab und widmete sich dann ganz dem Krimi. Für das Fachmagazin „TextArt" schreibt sie Artikel und Buchrezensionen. Sie betätigt sich als Herausgeberin, Manuskript-Gutachterin, Agentin und führt eine Online-Schreibwerkstatt. Unter anderem erschienen „Neid lass nach" in „Teuflische Nachbarn", und „Der Stimmenfänger" in „Liebestöter". www.krimischmitz.de

 

Edith Kneifl, Dr.phil, *1954 in Wels/Oberösterreich, studierte Psychologie und Ethnologie an der Universität Wien, lebt und arbeitet als Psychoanalytikerin und Schriftstellerin in Wien. Glauser-Preisträgerin 1992 für „Zwischen zwei Nächten". Zahlreiche Romane und Kurzgeschichten; viele Texte wurden in diverse Sprachen übersetzt. Letzte Veröffentlichungen: „Allein in der Nacht" (1999), „Auf den ersten Blick" (2001), „Pastete mit Hautgout" (2002). TV-Film: „Taxi für eine Leiche" (2002). www.kneifl.at

 

Alle drei Autorinnen haben einen Text geschrieben für den neuen Sammelband:

Paul Ott (Hrsg.): „Mords-Lüste. Erotische Kriminalgeschichten" (Scherz Verlag, erscheint Juli 2003, 320 S., Fr. 13.-)

 

Ingrid Schmitz: http://www.krimischmitz.de/

Ina Coelen: http://www.coelen-krimi.de

Edith Kneifl: http://www.kneifl.at/

Krimiautor/innen allgemein:

http://ourworld.compuserve.com/homepages/karr_wehner/index00.htm

Sisters in Crime: http://www.sistersincrime.org/gerbip.htm

Saison 2003/2004

14. 12. 2003

An diesem düsteren Vorweihnachtssonntag wollte leider nur ein knappes Dutzend Menschen die kriminellen Kurzgeschichten aus der Anthologie "Weinleichen" hören, die Paul Lascaux und Jutta Motz zum Besten gaben. Dafür waren der Wein und die anschliessenden Gespräche anregend.

21. 12. 2003

Peter Höner nimmt uns mit in den "Wiener Walzer" zum "Mord im Euronight 467", einem Roman, der zum Vorlesen so lange dauert, wie eine Fahrt von Zürich nach Wien. Höners professionelle Lesekunstfindet grossen Anklang bei etwa 20 Personen.

24. 1. 2004

Manfred Züfle liest Erzählungen und Geschichten aus "Eines natürlichen Todes", und man spürt aus jedem Text die Ernsthaftigkeit, mit der sich Züfle dem Leben stellt, während draussen die weichen Schneeflocken den ironischen Komemntar zum intensiven Hör-Erlebnis abgeben.

31. 3. 2004

Zu einem kurzweiligen Abend wird die Vernissage des Buches von Paul Ott/Fritz von Gunten (Hrsgg.): "Gotthelf lesen", die in der Kornhausbiblithek stattfindet und ca. 120 Personen in ihren Bann zieht. Neun Autor/innen erzählen von ihren Texten mit Bezug auf ein Werk von Gotthelf und lesen Ausschitte vor. Mit einem Emmentaler Buffett schliesst der Anlass ab.

12. 5. 2004

Vor ienm kleinen, aber feinen Publikum liest Franco Supino aus "Ciao amore ciao", einem Text über Liebe, Lieder und Leidenschaft, aber auch über die erfolgreichen Seiten der Emigration. Erhellend sind insbesondere seine Informationen üer die Recherchen zum Buch.

4. 6. 2004

Ein Krimiabend der besonderen Art in der Kornhausbibliothek vor grossem Publikum: Kurt Stadelmann und Paul Ott brichten über historische Schweizer Krimis. Anne Chaplet (das ist Cora Stephan) liest aus ihren Werken, unter anderem aus "Schneesterben".