Literatur

Paul Ott

Paul Lascaux

 

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Biographien: Ergänzungen und Neueinträge

Bibliographien: Ergänzungen bis 2004

Bibliographien: Neueinträge ab 2005

Neue Textbestandteile

Korrekturen

Offene Fragen

 Ich bitte Autorinnen und Autoren, Verlage sowie Leserinnen und Leser um Korrekturen, Ergänzungen und Neueinträge per E-Mail. Mit herzlichem Dank!

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Paul Ott: Mord im Alpenglühen. Der Schweizer Kriminalroman – Geschichte und Gegenwart – ISBN 3-935421-14-1 – NordPark Verlag – Reihe KrimiKritik – ca. Euro 18.-/Sfr. 28.-
In jeder Buchhandlung erhältlich.

Alligatorpapiere

Rezensionsexemplare für Literaturkritiker: NordPark Verlag

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 "Sie haben eine wahrhaft seit langem schon gähnende Lücke geschlossen und die Tür in einen Raum geöffnet, den zu betreten es sich lohnt! Schön vor allem, dass Sie versuchen, Traditionslinien aufzuzeigen, und das gelingt Ihnen auch sehr gut!"

Prof. Dr. Edgar Marsch (Universität Fribourg, Verfasser des Standardwerks "Die Kriminalerzählung", 1972)

"Ein Lese-Wissens-Buch, das in jedes Lesezimer eines Krimiliebhabers gehöt."

ensuite - Kulturmagazin Bern

"Alles rund um den Krimi ist für Paul Ott eine Passion: Viele Jahre schon forscht der Germanist und Lehrer, der seit dem zarten Alter von 13 Jahren wohl Hunderte, wenn nicht Tausende Krimis gelesen hat und unter dem Pseudonym Paul Lascaux selber kriminelle Geschichten schreibt, auf diesem Gebiet und ist noch lange nicht müde."

swissinfo

"Paul Otts Schilderungen verlocken, sich doch den einen oder anderen einheimischen Krimi zu angelen ..."

Tages-Anzeiger Zürich

"Seit wann existiert dieses Genre n der Schweiz? Und wer sind die fähigsten Autroinnen und Autoren? Paul Ott hat mit an detektivischer Arbeit grenzender Akribie eine Untersuchung geschrieben, die ziemlich umfassend Anwort auf diese und noch einige andere Fragen gibt."

Schweizer Buchhandel

KRIMI-TIPP 38 / 2005

Ein Service des BoKAS
Bonner Krimi Archiv [Sekundärliteratur]

zu deutscher und internationaler Sekundärliteratur der
Kriminalliteratur


Ott, Paul: Mord im Alpenglühen. Der Schweizer Kriminalroman. Geschichte und Gegenwart. 2005, ca. 220 S., KrimiKritik 4, ET März/April 2005, ca. EURO 18,00. Die Reihe „KrimiKritik“ des NordPark Verlages wächst langsam aber stetig (möglicherweise wird sogar noch im Herbst oder gegen Ende des Jahres KK 5 erscheinen). Im Frühjahr wird hier „Mord im Alpenglühen“ von Paul Ott vorliegen. Dieser Titel beschäftigt sich mit der Schweizer Kriminalliteratur, und ist, meines Wissens, das bisher einzige Werk zum Thema. Ott legt dar, dass die Schweizer Unterhaltungsliteratur in der Form des Kriminalromans seit etwa 150 Jahren besteht. Sein Kompendium, das (selbstverständlich) neben den Biographien Schweizer Kriminalschriftstellern eine umfassende Bibliographie enthält, dürfte durch die momentane Einzigartigkeit schnell zu einem Standardwerk und zu einem unverzichtbaren Nachschlagewerk werden. Paul Ott sollte dem einen oder anderen Leser bereits unter seinem Pseudonym Paul Lascaux begegnet sein. Der Kriminalschriftsteller Paul Lascaux beschreibt in seinen Krimis das eidgenössiche Verbrechen in seiner Heimatstadt Bern oder in den umliegenden Gemeinden des Kanton Berns („Arbeit am Skelett“, „Europa stirbt“, „Kelten-Blues“, „Der Lückenbüsser“ und „Totentanz“ liegen zur Zeit vor). Das seit 2001 jährlich stattfindende Schweizer Krimifestival „Mordstage“ geht auf seine Initiative und Planung zurück. Vorbestellungen willkommen.

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Textauszug zur wieder entdeckten Autorin Kaethe Baumann

(aus den drei Bereichen Biographie - Text - Bibliographie)

Kaethe Baumann: 4. 12. 1914 Elberfelde (D) – 3. 12. 1995 Lutry, seit 1939 in der Schweiz, vorwiegend in Zürich; die erste Frau von Konrad Baumann, Verlagsleiter des ABC-Verlags; Pseudonyme: K. Baumann, Jack Miller, Jack Millers, Katrin Hart, Kathrin Hart

Von ganz anderer inhaltlicher Tiefe sind die Kriminalromane von Kaethe Baumann, was bestimmt mit ihrer grossen Lebenserfahrung zusammenhängt. 1914 in Deutschland geboren, lebte sie komfortabel auf Schloss Dammsmühle bei Berlin, das von den Nazis requiriert wurde, so dass sie mit ihrem ersten Ehemann 1939 in die Schweiz flüchten musste. Nach dem frühen Tod ihres Mannes heiratete sie 1943 Konrad Baumann, den Leiter des ABC-Verlags. Bis zur Scheidung 1951 erlebte Kaethe Baumann einen kreativen Schub, der mit Übersetzungen begann, der sie über Presseartikel und Kurzgeschichten zu drei Kriminalromanen führte (unter K. Baumann, Jack Miller und Jack Millers) und der Mitte der Fünfzigerjahre abrupt abbrach. Sie heiratete zwei weitere Male, verbrachte den grössten Teil ihres Lebens in Zürich und starb schliesslich 1995.
K. Baumanns ACHTUNG ÜBERFALL (1945) spielt, wenn man die geschilderten Örtlichkeiten betrachtet, eher in Deutschland, wenn auch die Namen fiktiv sind. Angeglichen wurde die Währung, es ist von Franken die Rede, so dass der Text als Schweizer Roman durchgehen konnte. In einem kleinen Voralpenbahnhof liest ein Einbrecher in der Zeitung von einem Ausbruch aus dem nahe gelegenen Zuchthaus: Carl Schubert, alias der Fuchs, Geldschrankknacker, Fälscher und Dieb, einer der gerissensten Gentleman-Verbrecher des Landes, ist abgehauen. Darauf gibt es eine Anhäufung von Kriminalfällen in der Umgebung, und es bildet sich eine Geldfälscherbande, die letztlich unter massivem Einsatz von Gewalt – mit einer Schiesserei und mit Bomben räumt die Polizei das Gebäude – unschädlich gemacht wird. Verschiedene Details verweisen auf die Erinnerungen der Autorin an Schloss Dammsmühle.
SPIONE (1946) unter dem Pseudonym Jack Miller (für die Aufdeckung der Pseudonyme halfen Verträge von Kaethe Baumann mit dem ABC-Verlag) beschreibt den Aufstieg von Oskar Lefèvre vom Angestellten zum Inhaber der Falken-Werke und den Mord an ihm in einer Silvesternacht. Inspektor Brunner von der Mordkommission ermittelt im Umkreis der zur Party Eingeladenen. Dabei kommen einige geheim gehaltene alte Liebschaften, Eifersüchteleien, aber auch ein im Streit verübter Totschlag von Lefèvre zum Vorschein. Ein verlorener Bruder kehrt aus Amerika zurück, eine Tante wird wahnsinnig. Der Privatsekretär bricht ins Direktionsbüro der Firma ein und stiehlt Unterlagen über die neuste Erfindung: flügellose Flugzeuge, ein torpedoähnliches Luftgeschwader. Er stellt die Pläne einem verfeindeten Land zur Verfügung, und die industrielle Produktion steht vor dem Zusammenbruch, weil dieser Staat dem Konzern zuvorkommt. In der Beschreibung des militärisch-industriellen Grosskomplexes, der Tanks, Panzerwagen, Jagdmaschinen, Bomber und Kanonen herstellt, zeigt sich eine unerwartet kritische Wahrnehmung der Verhältnisse während der Kriegsjahre: „Abseits von den Fördergruben und den Werkstätten stand ein langgestrecktes Gebäude. Seinen Eingang bewachte ein Kordon von Militär. Die Fenster waren bis in das oberste Stockwerk hinauf vergittert. Hinter diesen geschützten Mauern befand sich die eigentliche Geburtsstätte der Kriegsindustrie. Von hier aus gingen den Feinmechanikern die Pläne für raffiniert ausgeklügelte physikalische und optische Instrumente zu, die den Stahlmassen erst zum Leben verhalfen. [...] Dann schickte man diesen Triumph menschlichen Erfindergeistes über oder auf den europäischen Kriegsschauplatz, um seine verheerende Wirkung auszuprobieren.“ Am Schluss des Romans wird das Geschehen ins Familiäre zurückgeführt, indem sich die übrig bleibenden Mitglieder auf ihre eigenen Stärken besinnen, und wir erleben ein süssliches Happy-End voller Zukunftshoffnung und Opferbereitschaft.
Dem letzten Krimi von Kaethe Baumann, diesmal unter Jack Millers erschienen, mit dem Titel DAS ROTE CABRIOLET (1947) darf man zu Gute halten, dass er die Spielsucht und die darauf folgenden Katastrophen thematisiert. Inspektor Brunner erhält noch einen Auftritt und darf einen Spielschuppen in der Peripherie einer Stadt ausheben und einen Mord aufklären (ausgerechnet an einem unschuldigen alten Mann namens Carl Schubert – man erinnere sich an den Übeltäter im ersten Krimi). Er opfert dafür allerdings einen Teil seines Privatlebens, nämlich die Beziehung zu einer Tochter aus reichem Haus. Diese Geliebte liefert einen wunderschönen Satz, den ich hier am Ende des ersten Abschnitts über Krimis von Frauen zitieren will: „’Nun, wollen wir jetzt von etwas anderem schweigen?’ erkundigte sie sich spöttisch und warf ihm dabei wieder einen ihrer strahlenden Blicke zu.“

Kaethe Baumann: Achtung Überfall. Kriminalroman. Zürich 1945: ABC Verlag
Jack Miller: Spione. Zürich 1946: ABC-Verlag
Jack Millers: Das rote Cabriolet. Zürich 1947: ABC-Verlag (neu erschienen unter: Katrin Hart: Das rote Cabriolet. Bern 1954: Romanquelle Hallwag Verlag)