Die Schweiz stirbt viersprachig!

Das hat es noch nie gegeben: Ein Literaturfestival, das in der gesamten Schweiz stattfindet, also in allen vier Landesteilen und in allen vier Landessprachen: deutsch, französisch, italienisch, rätoromanisch!

1. Begrüssung

2. Übersicht: Orte und Daten, Autorinnen und Autoren (Links zu privaten Homepages), Sponsoren

3. Detailprogramm nach Datum

4. Die Texte zu den Anlässen: TatortSchweiz 2

5. Unten auf dieser Seite: Das T-Shirt!

6. Noch weiter unten: Der Schlussbericht

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Schlussbericht

Die Mordstage 2007 sind soeben zu Ende gegangen und wiederum zu einem beeindruckenden Erfolg für die Schweizer Krimiszene geworden.

1. Alle Anlässe sind wie geplant durchgeführt worden. Insgesamt waren es 19 Veranstaltungen an 16 Orten in allen vier Landesregionen (in Zürich eine Grosslesung und drei Tramlesungen).
Alles ist wie geplant abgelaufen. 86 Lesungen haben mit mehr als 40 Autorinnen und Autoren stattgefunden. Nur drei Lesende fielen krankheitsbedingt aus, zwei davon konnten in gleicher Qualität ersetzt werden.

2. Der Publikumsandrang war gut bis ausserordentlich gut (siehe "Programm kurz"). Insgesamt besuchten 1680 Leute die 19 Lesungen, das ergibt einen Durchschnitt von knapp 90, ein für einen derartigen Anlass bemerkenswerter Zuspruch.
In Pontresina beeinträchtigte Eisregen und Schneefall, in Einsiedeln Schneefall den Anlass, so dass weniger Leute kamen als erwartet.

3. Es handelt sich also bei den Mordstagen um einen der publikumswirksamsten Anlässe der Schweiz, und das bei einem durchaus bescheidenen Gesamtaufwand von ca. 85'000 Franken.

4. (Selbst)Kritisches zur Mehrsprachigkeit:
In Locarno ist es mit einer dreisprachigen Lesung nicht gelungen, das Publikum anzulocken. Über die Gründe rätseln wir selber (Dreisprachigkeit? – Tag? – Tageszeit? – Schönes Wetter?). Hingegen hat der Anlass zu einem eher unerwarteten Interesse der Presse geführt.
In Bern ist es nicht gelungen, die Leute für die fremdsprachigen Lesungen zu begeistern – trotz guter Medienpräsenz. Es wird nicht mehr möglich sein, einen derartigen Anlass in einer einzigen Ortschaft durchzuführen, der organisatorische und finanzielle Aufwand ist zu gross. Hingegen hat der Austausch unter den Autorinnen und Autoren aus verschiedenen Sprachregionen erfreulich gut geklappt.
Lausanne und Genf: Die zweisprachigen Veranstaltungen waren sehr gut besucht. Die Anlässe wurden von den lokalen deutschsprachigen Vereinen durchgeführt.

5. Unterstützung:
Die beteiligten Gemeinden haben die Mordstage 2007 mit viel Begeisterung, viel Arbeit (Eigenleistung), Enthusiasmus und finanziellem Einsatz unterstützt.
Wo es nötig war, haben auch einzelne Kantone Finanzmittel beigesteuert, üblicherweise als Unterstützung an die lokalen Veranstalter.
Verschiedene Deutschschweizer Kulturorganisationen haben den gesamten Anlass unterstützt.
Pro Helvetia hat die mehrsprachigen Lesungen unterstützt (und über den Verlag die Übersetzung der fremdsprachigen Texte ins Deutsche finanziert).
Kritisches:
Leider haben wir weder aus der Westschweiz noch aus dem Tessin – trotz einiger Gesuche – finanzielle Mittel erhalten!

6. Die den Anlass begleitende Anthologie „TatortSchweiz 2“ ist ein sehr schönes Buch geworden und findet guten Zuspruch. Es enthält 23 für die Mordstage 2007 geschriebene Kurzkrimis, alle auf Deutsch, sieben davon zusätzlich in der Originalsprache (drei Französisch, zwei Italienisch, eine Rätoromanisch).

7. Die Medien reagierten im lokalen und regionalen Rahmen mit ausführlichen Berichten vor und/oder nach den Lesungen, insbesondere die Presse, es gab aber auch verschiedene Berichte in Lokalradios. Einzelne Artikel präsentierten das Genre Kriminalroman über die Mordstage hinaus als Ganzes.
Die überregionalen Medien hingegen haben auf den gesamtschweizerischen Anlass enttäuschend selten reagiert – obwohl sie alle mit sämtlichen Informationen beliefert worden sind, so haben alle wichtigen Medien eine CD-ROM mit allen Unterlagen erhalten.

8. Der Austausch unter den Autorinnen und Autoren aus den unterschiedlichen Landes- und Sprachregionen war ein wunderbares Erlebnis (die Mordstage wurden 2001 im Sinne des gegenseitigen Austauschs initiiert).
An vier grösseren Anlässen (Bern, Zürich, Frauenfeld, Rheinfelden) konnten sich die Autorinnen und Autoren auch ausserhalb des Lesungsrahmens begegnen, was mit viel Gewinn genutzt wurde.
Die Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und Österreich haben ebenfalls viel zum Gelingen der Mordstage beigetragen, gerade auch wenn man an die Qualität des Vortrags denkt.
An den grösseren Anlässen haben wiederum einige junge und noch wenig bekannte Kolleginnen und Kollegen Gelegenheit für die Präsentation ihrer Texte gehabt.


Bilanz und Ausblick

1. Die Mordstage 2007 waren insgesamt ein ausserordentlicher Erfolg.

2. Die Mehrsprachigkeit war ein spannendes Experiment mit Folgewirkung. Dennoch wird es in der vorliegenden Form nicht weitergeführt. Der organisatorische und finanzielle Aufwand ist zu gross.

3. Die Mordstage 2009 erfahren eine überregionale, grenzüberschreitende Ausrichtung im Bereich Schaffhausen/Bodensee/Oberrhein – gemeinsam mit der Criminale 2009 in Singen (die Veranstaltung des Syndikats – Autorenvereinigung deutschsprachiger Kriminalroman) im Mai 2009.

4. Die Präsentation des neueren Krimischaffens in der Schweiz durch Anthologien und Veranstaltungen soll fortgesetzt werden. Ein neues Projekt ist in Vorbereitung.

5. Die Schweizer Krimiautorinnen und –autoren sind in der nationalen und internationalen Wahrnehmung gestärkt worden. Wie wir an den Mordstagen Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland und Österreich einladen, werden auch immer mehr Schweizer Autorinnen und Autoren in den Nachbarländern präsentiert.


3. 12. 2007

Für die Mordstage 2007

Paul Ott